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Pfarrei Sankt Eligius - Katholische Kirche Völklingen
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Michael Meyer
Pfingstlicher Aufschrei
wo ist gottes geist / im wissen / selbstgerechter theologen /
in befehlen /
selbstbewusster kirchenführer /
oder auch / oder viel mehr /
oder meist nur
im aufschrei /
aller erniedrigten /
scheinbar hoffnungslos /
nach brot / nach gerechtigkeit /
nach liebe hungernden
Adi Winiger

„wo ist gottes geist“, fragt der Schweizer Dichter Winiger. Er stellt damit eine Frage, die viele stellen: Wo ist bloß der Geist Gottes angesichts der aktuellen Krisen zu spüren? Nicht wenige seufzen eher, als dass sie frei atmen würden. Nicht nur das pfingstliche Haus der Jüngergemeinde wartet auf ein Aufatmen, das globale Welthaus ist durch Covid19, Krieg und Klimakrise verschreckt und verängstigt. Die „gesamte Schöpfung seufzt“ (Römer 8,22) und wartet.
Wo ist der Geist des auferstandenen Christus? „scheinbar hoffnunglos“ - schreit der Sterbende am Kreuz mit den Verzagten heute: im Schrei der Verzweifelten, im stummen Schrei der Arbeitssuchenden, im tränenreich Schrei der Kranken, im vielstimmigen Schrei der Geflüchteten oder im immer lauter werdenden Schrei der bedrohten Erde. Der Schrei rüttelt auf, lässt nicht verstummen und gibt die Sprache zurück. Christus gibt seinen Geist nicht auf, er gibt ihn als der Lebendige weiter. Das Feuer der Gegenwart Gottes zeigt sich auf der Seite der Geschundenen und der Leidenden: einst in Jerusalem, wo die verschreckten Jünger zu Missionaren der Freude, des Friedens und der Versöhnung werden (Johannes 20, 21;23) und in pfingstlicher Zuversicht heute, wenn Menschen den Geist Gottes in den nach Brot, Gerechtigkeit und Liebe Hungernden entdecken. Mit der Sprache, die aus dem Verstummen des Todes den Atem des Lebens bringt, weckt das Pfingstfest auf und führt jene zusammen, die sich im Geist Jesu zusammenfinden: „Eine Kirche, die Jesus Christus folgt, weiß sich an die Ränder und Grenzen gesandt, ist empfindsam und solidarisch, wo Menschen in Gefahr sind, ihre Würde zu verlieren oder ihrer Würde beraubt zu werden.“ (Diö-zesansynode, herausgerufen).
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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