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Pfarrei Sankt Eligius - Katholische Kirche Völklingen
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Patrick Winter
Gott macht mich groß
Der Mächtige hat Großes an mit getan.“ Wer von uns kann oder mag das schon von sich sagen? Mancher menschliche Blick geht allzu oft auf das, was unser Leben klein und schwer macht, was einen niederdrückt und enttäuscht.Der Marienmonat Mai lädt uns ein das Leben Marias einmal zu betrachten.
„Der Mächtige hat Großes an mir getan.“ Dieser Satz scheint aber gar nicht zu Maria zu passen, dieser blutjungen Frau, die unehelich schwanger, verwirrt und unsicher, bei ihrer Cousine Hilfe sucht.
Und wenn wir das weitere Leben von Maria anschauen, bei dem wenigen, was wir biblisch von ihr wissen, so ist zunächst und von außen her wenig „Großes“ zu entdecken. Wir hören von einer ärmlichen Niederkunft im Stall, auf die eine Flucht ins Ausland folgt; wir erfahren, wie sie mit ihrer Familie kommt, um ihren Sohn zurückzuholen, und er seine Mutter barsch zurückweist. Wir hören, wie sie anschauen und miterleben muss, wie ihr Sohn leidet und stirbt. Wo ist das Große in ihrem Leben?
Es ist aber auch nicht Marias Leben, das das Magnificat, an dessen Anfang dieser  Satz steht, in den Blick nimmt. Maria schaut keineswegs auf sich, sondern auf Gott und sein Wirken. Sie singt ein Loblied auf ihn, der für sein Volk da ist, der sich der Kleinen und Hungernden erbarmt, der zu seiner Verheißung steht, der mit seinem Volk geht und für es einsteht. Maria reiht sich ein in die Menge derer, die auf Gott vertrauen und sich seiner Barmherzigkeit überlassen. Und so wird dieses Loblied ein Hoffnungslied für alle, die nichts Großes in ihrem Leben erfahren, für die Geknechteten und Erniedrigten. Es wird ein Hoffnungslied für alle Kleinen und Entrechteten durch alle Zeiten hindurch.Und doch kann Maria von sich sagen: „Der Mächtige hat Großes an mir getan.“
Das Große, das an ihr geschieht, ist, dass Gottes Erbarmen sich greifbar und sichtbar zeigen wird in ihrem Sohn Jesus. In Jesus wird das Wirklichkeit, was Maria besingt.  Er stellt menschliche Maßstäbe auf den Kopf. Er wendet sich den Kleinen und Missachteten zu; er spricht nicht nur von Gottes Liebe und Erbarmen, er verkörpert diese in seinem Handeln, in seiner Person. Jesus Christus ist das „Große“, das der Mächtige an ihr getan hat.„Der Mächtige hat Großes an mir getan.“ Dieser Satz schenkt. wenn ich ihn mir einverleibe, einen neuen Blick auf mich und mein Leben.
Nicht, dass mein Leben nur glücklich und unbeschwert verläuft; nicht dass Gott alles so richtet, wie ich mir das erhoffe.
Und selbst wenn ich ganz unbedeutend bin, mich für klein halte oder von anderen klein gemacht werde. Mit Maria kann ich hoffen und singen, dass ich nie aus Gottes Erbarmen falle, weder ich, noch die, die mit mir unterwegs sind. Mit Maria kann ich sicher sein, dass Gott wohlwollend auf mich schaut und ich für ihn wertvoll bin.
Mit Maria kann ich glauben und hoffen, dass Gott die Welt verändert.
In diesem Mai  schaue ich auf Maria in Gottes Herrlichkeit und darin auf die Zukunft, die wir alle haben.
Nicht, weil ich Besonderes vorzuweisen habe, sondern andersherum: weil der Mächtige Großes an mit tut.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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