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Pfarrei Sankt Eligius - Katholische Kirche Völklingen
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Patrick Winter
"Friede sei ihr erst Geläute"
Sie kennen doch sicher auch das Gedicht „Das Lied von der Glocke“ von Friedrich Schiller, das er 1799 veröffentlichte. Die Glocken, sie hängen zwischen Himmel und Erde, sie begleiten uns von der Wiege bis zur Bahre. Wenn sie schwingen, schaffen sie einen Klangraum, Heimat für die Ohren. Sie verbinden Gott und Mensch, in Freud und Leid. Sie läuten zur Taufe, für die einen läuten die Hochzeitsglocken, für die anderen hat die letzte Stunde geschlagen und es läutet die Totenglocke. Glocken läuten den Leuten!
Im Turm von St. Eligius hängen im großen Glockenstuhl sechs Glocken:
Nr.
Name
Ton
Kg
Durchmesser
1
St. Johannes
a0
4000
184 cm
2
St. Eligius
c1
2300
154 cm
3
St. Maria
d1
1600
137 cm
4
St. Josef
f1
1000
115 cm
5
St. Michael
g1
700
103 cm
6
Schutzengel
a1
500
92 cm
Jede ist einmalig und ihr harmonischer Zusammenklang eine Symphonie. Sollte jedoch eine Glocke schlecht mit den anderen zusammenklingen, kann man das durch einen Innenschliff beheben. Das gilt sinnbildlich auch für das Zusammenleben in unseren Kirchorten: Es gibt Menschen, die harmonieren auf Anhieb, andere lassen sich in Einklang bringen und manche schwingen und klingen am besten auf ihre eigene Weise.
Kirchenglocken sind auch akustische Zeitgeber. Das war in frühen Zeiten besonders wichtig, als man noch keine Uhren hatten. Das geht mir persönlich heute noch so. Wenn ich nachts mal nicht schlafen kann, schenkt der vertraute Klang der Stundenglocke Geborgenheit im Dunkeln. Darüber hinaus hatten Kirchenglocken auch außergewöhnliche Aufgaben. Wenn die Alarmglocken läuteten, war das im Mittelalter eine Warnung vor Feuer, Pest und Feinden. Und sollte es jemand mit seinem üblen Verhalten übertrieben haben, hieß es schon mal: „Jetzt schlägt’s 13“. In den Psalmen werden Glocken als Musikinstrumente genannt: „Lobt ihn mit tönenden Zimbeln, lobt ihn mit schallenden Zimbeln. (Psalm 150,5). Im Neuen Testament sagt Paulus: „Wenn ich mit Menschen- und Engelzungen redete und hätte der Liebe nicht,  so wäre ich tönendes Erz oder eine klingende Schelle.“ (1. Korinther 13,1).
Kirchenglocken haben keinen Selbstzweck, sondern dienende Funktion, weisen hin und laden ein: vor allem zum Gottesdienst. Und wenn dann die Wandlungsglocke schlägt, können auch die Daheimgebliebenen mitbeten, in der Gemeinschaft der Gottesdienstgemeinde. Schließlich verkündet das Sonntagsgeläut auch das „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden den Menschen seines Wohlgefallens.“ (Lukas 2,14). Diese Botschaft dürfen wir gerne an die große Glocke hängen. Denn der Kirchenglocken-Klang war immer schon nachhaltiger als alles Kriegsgetöse.
So wie Friedrich Schiller sein  Gedicht mit diesen Zeilen schließt:
„Freude dieser Stadt bedeute, Friede sei ihr erst Geläute.“
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