Kirche-VK.de

Pfarreiengemeinschaft Völklingen St. Eligius
Direkt zum Seiteninhalt
Ich steh an deiner Krippe hier

Andrea Schwindling
Weihnachten ohne Weihnachtslieder? Das kann ich mir kaum vorstellen, denn ich freue mich allein schon wegen der Musik jedes Jahr  neu auf diese Zeit. Es wird kaum soviel gesungen wie an Weihnachten, so berichtete vor kurzem ein Zeitungsartikel. Und das ist wohl kein Zufall. Wie sonst sollten wir die Freude von Weihnachten weitertragen? Wir können sie nur weitererzählen und vor allem weitersingen. Eines meiner Lieblingsweihnachtslieder ist: „Ich steh vor deiner Krippe hier.“ (Gotteslob 256) Paul Gerhard hat es 1653 getextet und Johann Sebastian Bach 1736 vertont. Dort heißt es in der ersten Strophe:
„Ich steh an deiner Krippe hier, o Jesu, du mein Leben.
Ich komme, bring und schenke, dir, was du mir hast gegeben.
Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn.
Herz, Seel und Mut, nimm alles hin und lass dir‘s wohl gefallen.“
Ich möchte Sie nun einladen, sich mit mir gedanklich auf den Weg zum Stall nach Betlehem zu machen.
Überall im ganzen Ort herrscht Hochbetrieb, viele Menschen sind zur Volkszählung zusammengekommen. Doch der Stall liegt etwas abseits. Hier herrscht Ruhe. Ab und zu blökt ein Schaft oder es schnaubt der Ochse oder der Esel. Maria ist nach der anstrengenden Geburt erschöpft, Josef hat das neugeborene Kind in eine Futterkrippe gelegt, auf Heu und Stroh. Leise und staunend stehen die Hirten da. Auch wir dürfen Jahr für Jahr neu staunend vor der Krippe stehen, denn an keinem anderen Ort wird das Geheimnis Gottes so deutlich: Gott wird Mensch. Er wird einer von uns. Kein Winkel des menschlichen Lebens ist ihm fremd, von der vollen Windel angefangen bis zum Tod am Ende. Genau so wird Gottes Wesensart sichtbar: die bedingungslose, liebende Zuwendung zu uns Menschen. Aus dieser Gewissheit heraus dürfen wir auch dieses Jahr staunend vor die Krippe treten, IHM alles bringen, was uns im Kopf und im Herzen bewegt, was uns wahrlich auf der Seele brennt, damit ER es mit seiner heilmachenden und liebenden Gegenwart anschauen und uns neuen Mut und neue Kraft schenken kann.
 
Zurück zum Seiteninhalt