Kirche-VK.de

Pfarreiengemeinschaft Völklingen St. Eligius
Direkt zum Seiteninhalt

Andrea Schwindling
Musik ist Leben
„Cantate Domino canticum novum“ - „Singt dem Herrn ein neues Lied“ mit diesem Vers (Psalm 98,1) ist in der katholischen Liturgie der fünfte Sonntag der Osterzeit, der sogenannte „Kantate-Sonntag“ überschrieben und widmet sich dem Lob Gottes mit Musik und Gesang.
Dieser Vers klingt zur Zeit schon ein wenig paradox. Denn gerade der Gesang und das gemeinsame Musizieren sind nicht möglich (und das nicht nur in unseren Gottesdiensten) und werden von vielen schmerzlich vermisst. Doch gerade in der Corona-Pandemie wird immer wieder deutlich, wie wichtig die Musik ist. Denken wir nur an die Begeisterung  -  vor allem im ersten Lockdown - mit der in Gärten und Balkonen gesungen und musiziert wurde. Wir fühlen es besonders in unseren Gottesdiensten, welche herausragende Rolle eine gute Kirchenmusik hat.
Der Philosoph und Religionskritiker Friedrich Nietzsche (1844-1900) sagte einmal: „Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum.“ Es ist ein sehr treffendes Wort, dass ich persönlich sofort unterschreiben kann. Musik ist wichtig für die Menschheit: für den Einzelnen und die Gemeinschaft; für alle, die sie machen und für die, die zuhören.
Musik bringt Seiten/Saiten in uns zum Klingen, die sonst nicht in Schwingung zu versetzen wären: sie begeistert uns, sie tröstet, sie berührt uns im Innersten, ja mehr noch, sie lässt uns spüren, dass wir lebendig sind. Wenn wir genau schauen, gibt es keine Kultur, die nicht musiziert. Musik wird in die Nähe des Heiligen gerückt und gehört somit unmittelbar zur Religion. Sie hat göttliche Qualität, denn sie verbindet uns mit dem, was uns übersteigt und drückt das Unsagbare, manchmal auch das Unfassbare, aus.
Wenn wir den Kantate-Sonntag in der Osterzeit feiern, in der das Lob Gottes eine besondere Rolle spielt, dann erinnert er uns daran, dass die Musik Göttliches zum Klingen bringen kann gerade in diesen Tagen.
Denn, welche Kraft in der Musik steckt, zeigen die Worte des Dichters Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) im Gedicht „Aussöhnung“. Er erlebte in einer tiefen Krise, dass Musik ihn aufrichtete und mit seinen Problemen versöhnte. So schreibt er:
„Da schwebt hervor Musik
mit Engelsschwingen,
verflicht zu Millionen Tön um Töne,
des Menschen Wesen durch und durch zu dringen,
zu überfüllen ihn mit ew'ger Schöne:
Das Auge netzt sich,
fühlt im höhern Sehnen
den Götterwert der Töne
wie der Tränen.“
 
 
Zurück zum Seiteninhalt