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Pfarreiengemeinschaft Völklingen St. Eligius
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Lebe jetzt!
„So wie jetzt, so wie jetzt, so wie jetzt, wird`s nie wieder sein“, singt Johannes Strate, der Sänger der Band Revolverheld, im Radio. Gefühlte 100 Mal gehört, verfolge ich plötzlich aufmerksam den Text. „So wie jetzt wird´s nie wieder sein…“. Muss mich das ängstigen oder darf ich mich freuen? Das kommt ganz auf die Perspektive an. Die Corona-Krise und der plötzliche Lockdown haben uns gezeigt, dass nicht alles im Leben, zum Beispiel Termine, zu denen wir eilen, Geld, Reisen, Image, Prestige, eventuell auch Menschen, Bekannte, so wichtig sind, wie wir immer denken. Loslassen fällt schwer, aber es tut auch gut. Es befreit, um Schritte in die Zukunft zu wagen. Viele haben die Zeit zu Hause genutzt, um aufzuräumen, Kleider zu entsorgen, zu renovieren, den Garten zu bepflanzen. „Die Kinderbetreuung und Beschulung war nicht einfach“, sagen junge Eltern. Aber die Zeit miteinander war wertvoll. „Wann fangen wir zu leben an?“, ertönt es im Radio. „Leb doch einfach im Jetzt, lass dich endlich auf´s Leben ein.“ „Besser gesagt, als getan“, denke ich. Momentan geschehen so viele entsetzliche Dinge, Umweltkatastrophen, Kriege, Manipulationen, Verstöße gegen die Menschenrechte… Vieles verstehen wir momentan nicht, vielleicht später. Mit der Zeit kommt die Wahrheit ans Licht. Sören Kierkegaard schrieb: „Verstehen kann man das Leben nur rückwärts - LEBEN muss man vorwärts.“
„Bleib kurz stehen, schau dich um, denn du gibst all den Dingen um dich rum Bedeutung“, singt Strate. Was für ein interessanter Gedanke. Den Dingen Bedeutung gebe. Das beinhaltet auch Achtsamkeit und Wertschätzung. Hat das nicht auch Hildegard von Bingen getan, deren Gedenktag wir am 17. September feiern? Sie beschäftigte sich unter anderem mit Kräutern - Heilkräutern. Sie beobachtete, pflanzte und experimentierte mit ihnen, versuchte kranken Menschen zu helfen, Gesunde zu stärken. Sie wagte viel, verwandelte Leben.
Alles wagen, das machen momentan beispielsweise die Helfer des Roten Kreuzes und des THWs, die aus ihrer Heimat aufgebrochen sind, um den Menschen in Beirut zu helfen.
„So wie jetzt können wir alles wagen, denn wir leben jetzt“, höre ich im Radio. Fange bei dir an.
Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für die Welt.

 
































 
 

       Carla Martin







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