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Pfarrei Sankt Eligius - Katholische Kirche Völklingen
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Patrick Winter
Fastenzeit - Neustart?
Im Leben fängt man - dann und wann - wieder mal von Neuem an“, so sagt es ein Sprichwort. Ein solcher Neuanfang kann die vor uns liegende Fastenzeit werden. Es liegt an mir persönlich, ob ich die Gelegenheit für einen Neustart nutze, ob ich darauf eingehe und mich darauf einlasse. Viele Menschen verbinden mit Fasten eher etwas Mühseliges, Schweres und Schwieriges. Da muss ich hungern, da muss ich verzichten auf genau das, was mir Spaß macht. Buße muss ich tun. Gewaltig anstrengen muss ich mich, um ein erhöhtes Gebetspensum zu verrichten. Hart muss ich mit mir ins Gericht gehen, um endlich ein besserer Mensch zu werden. Ich muss die Zügel anziehen. Durch eine solche Einstellung bekommt das Fasten wohl eher eine Schieflage und wird überwiegend negativ besetzt. Es klingt und riecht nach asketischer Peitschenknallerei, nach ungesunder Selbstsucht. Ich kann das Wort Buße aber auch von Besserung her ableiten; dann kann ich die österliche Bußzeit auch als österliche gute Besserungszeit verstehen und gestalten. Wenn wir in den kommenden Wochen den Worten Jesu Taten folgen lassen wollen, dann wird es vermutlich keine bequeme, sondern eher eine anspruchsvolle Zeit. Sie kann aber auch eine große Bereicherung für unseren Alltag werden. Es gibt dafür viele wertvolle Anregungen und Hilfen, wie ich das persönlich und konkret üben kann.
 
Viele haben in den letzten Jahren an dem ein oder anderen Angebot von „Exerzitien im Alltag“ teilgenommen und dabei für sich neu entdeckt, was Beten alles bedeuten und bringen kann. Es können achtsame Übungen mit dem Atem, dem Leib und den Händen sein. Es kann die hin und wieder eingelegte Atempause und Unterbrechung des Alltagstrotts sein. Durch den bewussten Umgang mit einem Wort aus der Heiligen Schrift kann sie mir zur inneren Quelle des Trostes, der Hoffnung und Freude werden. Eine große Hilfe bietet der persönliche Tagesrückblick als innere Tagesschau auf den vergangenen Tag mit all seinen Situationen und Momenten, Begegnungen und Erfahrungen. Nutzen wir die kommende Zeit, um das eine oder andere persönlich zu probieren. Halten wir immer wieder einmal inne, um die verborgenen inneren Seiten mehr zu pflegen. Gönnen wir uns die Mühe einer Innenrenovierung oder Sanierung unseres Herzens. Seien wir experimentierfreudig!
 
Fastenzeit im Sinne Jesu will uns im Verborgenen, von innen her inspirieren, vitalisieren und regenerieren, Wenn wir mit dieser Einstellung in die kommenden Wochen gehen, können wir uns freuen auf ein erfrischendes, echt frommes, nicht frömmlerisches, fröhliches und befreiendes Fasten, das uns an Leib und Seele gut tut.
 
Lassen wir uns dabei überraschen!
 
 
 
 
 
 

 
 

 
 
 
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