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Pfarreiengemeinschaft Völklingen St. Eligius
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Zeit zum Weinen und Zeit zum Lachen

Thomas Weber
Immer wieder neu bewegen mich die Weisheiten Kohelets, der König in Jerusalem war.
„Für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es eine bestimmte Zeit: eine Zeit zum Gebären und eine Zeit zum Sterben… eine Zeit zum Niederreißen und eine Zeit zum Bauen, eine Zeit zum Weinen und eine Zeit zum Lachen… eine Zeit zu umarmen, und eine Zeit die Umarmung zu lösen… eine Zeit zum Lieben und eine Zeit zum Hassen.“
Wer das dritte Kapitel vom Buch Kohelet in der Bibel liest, den zerreißt schier die Spannung, die aufgebaut wird. Die Zeilen des Schreibers benennen Extreme zwischen denen wir leben. Ein Pol wirkt positiv, der andere negativ. Kohelet fordert aber heraus in der ganzen Spannweite, in jeglichem Geschehen unter Sonne, Gottes Gegenwart zu erkennen. Jede Zeit ist Zeit Gottes. Das Glück besteht in der Erkenntnis, so verstehe ich Kohelet, dass Gott in allem gegenwärtig ist. Das Ganze hält er in seiner Hand.
Jede Zeit ist Zeit Gottes: Es ist November: Oft werden wir in diesen Tagen an den Tod erinnert. Sterben ist auch Zeit Gottes. Schon vielfach habe ich Gottes Gegenwart gespürt, wenn ich beim Sterben eines Menschen dabei war. Beim Tanz und bei der Klage ist Zeit Gottes.
Ebenso in der schwierigen kirchengeschichtlichen Situation unserer Zeit, ist Zeit Gottes. In den konkreten Veränderungen unserer Kirche im Bistum Trier, die uns nach der Synode herausrufen, ist Zeit Gottes. Wo immer es gelingt die Geschehnisse als Zeit Gottes anzunehmen, da kann aus einer Zumutung eine Herausforderung werden. Gott verlässt uns nicht, aber er verschont uns auch nicht vor den Härten des Lebens. Er sichert uns aber zu, genau auch dort bei uns zu sein. Ich wünsche Ihnen und mir, dass wir diese Wirklichkeit der Gegenwart Gottes nicht vergessen, die Zuversicht auch an schwierigen Tagen nicht verlieren. Gott schenke uns ausreichend Freude im Leben und das Glück ihn in unserer Zeit zu erkennen.
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