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Pfarreiengemeinschaft Völklingen St. Eligius
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In allem Gott suchen und finden

Michael Meyer
Verletzt und am Knie verwundet liegt er im Krankenhaus. Die lange Zeit des Wartens auf dem Krankenlager gibt ihm Zeit. Er überdenkt seine bisherigen Lebensetappen. Quälende Fragen tauchen auf. Und eine unstillbare Sehnsucht. Sein geradlinig verlaufender Karriereweg als Soldat ändert sich mit dem Krankenhausaufenthalt. Der 1491 im spanischen Baskenland als jüngster Sohn einer adligen Familie auf dem Schloss Loyola geborene Ignatius beginnt einen anderen Weg. Auf der Suche nach der größeren Ehre Gottes schart er einen Freundeskreis um sich. Er studiert in Paris zusammen seinen ersten Gefährten. Der Glaube will „up to date“ sein, durchdrungen von den wissenschaftlichen Erkenntnissen der Zeit. Mit seinen ersten Gefährten lässt sich Ignatius auf die Nachfolge Jesu, dem „treuesten Gefährten“, ein. Er gründet die „Gesellschaft Jesu“, die Ordensgemeinschaft der Jesuiten. Die Orientierung am Evangelium, um wie Jesus Menschen in Not zu begegnen, sie aufzurichten und sie zu heilen, ist der Gründungsimpuls der jungen Gemeinschaft.
„In allen Dingen Gott suchen und finden“, heißt die Maxime der ignatianischen Spiritualität. In allem will Gott dir begegnen, er umarmt Dich durch die konkrete Wirklichkeit dieser Welt. So Gott zu suchen, das hat seit Beginn der Neuzeit Menschen fasziniert. In dieser Art und Weise, Gottes Spuren im bisher Unbekannten zu entdecken, sind die ersten Jesuitenmissionare in alle Kontinente gezogen. Sie haben den Horizont geweitet. Nach dem Wort des Lukasevangeliums, das „Feuer des Glaubens“ (vergleiche Lukas 12,39) in alle Welt zu bringen, stehen Frauen und Männer im Geist des spanischen Ordensgründers heute weltweit für Glaube und Gerechtigkeit ein. „Ite, inflammate omnia“- „Geht entzündet die Welt mit dem Feuer des Evangeliums“, steht passend auf einer Statue des Heiligen Ignatius in Rom. Wer allerdings hinter die Figur schaut, entdeckt etwas anderes: Einen Feuerlöscher!
Das Fest des Heiligen Ignatius am   31. Juli oder aber das Sonntagsevangelium am 18. August mit der Einladung, „das Glaubensfeuer auf der Erde“ (Lukas 12) zu entfachen, sind keine schlechte Möglichkeit, um in einem ruhigen Moment der Sommerpause zu unterscheiden: In welche Richtung zieht es mich? „Feuer-löscher“ oder „Feuerwerfer des Glaubens“?
 
 
 
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