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Pfarreiengemeinschaft Völklingen St. Eligius
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halb leer oder halb voll?

Carla Martin
Der Oktober ist ein bunter, vielseitiger Monat. Das zeigen auch die vielen Namen, die wir mit ihm verbinden: Goldener Oktober - Erntedank - Weinmonat - Rosenkranzmonat - Monat großer Heiliger wie Franz von Assisi - Tag der deutschen Einheit - Kartoffel-  Herbstferien - Drachen bauen und steigen lassen - basteln mit Kastanien und trockenen Blättern - Halloween - Monat des Wandels und des Übergangs… Es spannt sich ein riesiger Bogen zwischen Lebensfülle und Lebenskraft einerseits und dem Rückzug der Natur auf ein reduziertes Maß an lebenserhaltenden Systemen. Zu Beginn des Oktobers können wir uns freuen über reife Früchte, sind dankbar für eine gute Ernte, lassen die Gaben segnen, tanken auf in einer farbenfrohen und kraftvollen Natur… Gegen Ende des Monats beobachten wir, dass sie sich für den Winter richtet: die Bäume stellen die Ernährung der Blätter ein, sodass diese sich verfärben und abfallen… Vergänglichkeit des Lebens…Muss uns das nun beängstigen oder können wir gelassen damit umgehen? Das kommt auf die individuelle Einstellung an. Sind wir optimistisch, sagen wir über ein halb gefülltes Glas: „Das Glas ist halb voll.“ Oder erklären wir wie ein Pessimist: „Das Glas ist halb leer.“ Kindern erzähle ich gerne die Geschichte vom kleinen Hamster: Im Herbst war die Hamsterfamilie eifrig dabei, Vorräte für den bevorstehenden Winter zu sammeln. Nur der kleine Hamster half nicht. Er beobachtete die anderen, prägte sich Farben, Gerüche, Gefühle und Eindrücke ein und sammelte Geschichten, die andere Tiere ihm erzählten. Der Winter war sehr dunkel und kalt. Als die Vorräte der Hamsterfamilie aufgebraucht waren, sehnten sie sich nach der Sonne und dem Frühling. Der kleine Hamster erzählte ihnen nun seine Geschichten, die er im Herbst gesammelt hatte. Er weckte in ihnen die Sehnsucht nach der Sonne und dem Leben. So half er seiner Familie zu überleben. Lassen Sie uns von der Hamsterfamilie lernen: Gehen wir in die Natur und sammeln Eindrücke und Geschichten für den Winter.
Geschichten erzählen - Sehnsucht nach Gottes Licht und Liebe wecken - Hoffnung, Trost, Mut und Zuversicht vermitteln - das konnte niemand so gut wie Jesus von Nazareth. Er lernte von der Natur und sagte zu den Menschen: „Seht euch die Vögel des Himmels an. Sie säen nicht, sie ernten nicht und sammeln keine Vorräte in Scheunen; euer himmlischer Vater ernährt sie. Seid ihr nicht viel mehr wert als sie?“, „Sorgt euch also nicht um morgen; denn der morgige Tag wird für sich selber sorgen.“ (Matthäus  6, 26,34)“
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